Die Idee:
Die Wetterstation war in die Jahre gekommen, als alle Sensoren bis auf den Temperatursensor ausgefallen waren musste etwas neues her. Zwar wäre ich jetzt in der Lage gewesen die komplette Elektronik und Mechanik, eventuell sogar mit Funk selbst zu entwickeln aber als ich bei einem billig Elektronikversender eine Wetterstation mit Wind, Windrichtung, Niederschlag, Luftdruck, Luftfeuchte und Temperatur für kleines Geld fand, habe ich zu geschlagen. Die Wetterstation basiert jetzt auf einer
WS1600 von der Firma Technoline.
Der Kasten:
Das Gehäuse ist ein klassisches Wetterstationsgehäuse. Es besteht aus zwei Holzplatten, vier Vierkanthölzern an den Ecken zwischen denen schräg gestellte Latten eingeklämmt wurden. Das ganze ist verleimt und mehrfach lackiert. Es ist ratsam das Gehäuse wie ein Fenster zu behandeln. Für Holzfenster gibt es Grundierungs und Hauptlack. Ich habe die Wetterstation mehrfach grundiert und zweimal mit dem Hauplack lackiert. Das ganze steht mittlerweile seit über fünf Jahren (Baujahr war 2003) auf dem Balkon und hat sich weder verzogen noch hat das Holz angefangen zu gammeln. Diese Wetterstation ist selbstverständlich abschließbar so das unbefugte nicht am Innenleben herumfummeln können. Der Kasten war früher mit Schlauchklemmen an der Brüstung des Balkons festgemacht. Nach der Renovierung habe ich die Wetterstation am Zinkblech eines Dachbalkens festgeklemmt. Die Haltekonstruktion aus Aluminium ist ausgefeilt und vermeidet direkten Kontakt mit dem Zinkblech um ein Auflösen der Metalle zu verhindern. Das Funkmodul der Wetterstation befindet sich im Inneren und ist mit einem Plexiglaskasten vor Spritzwasser geschützt.
Der Windsensor:
Der Windsensor funktioniert denkbar einfach. Mit einem Reed-Relay wird die Windgeschwindigkeit gemessen. Die Windrichtung wird mit einem optischen Geber gemessen - alles kein großes Geheimnis. Wenn ich es enthwickelt hätte, hätte ich es genauso gemacht. Leider hat der Windrichtungssensor der WS1600 ein Problem: Seine Ausrichtung ist fest eingestellt. Man ist also gezwungen den Sensor nach den aufgedruckten Windrichtungen ausgerichtet zu montieren. Das passte nicht zu dem Design meiner Station. Ich hätte den Sensor schräg montieren müssen. Also habe ich die Windfahne abgeschraubt und mir das innere angesehen. Um die Windfahne vor verrutschen zu schützen ist die Achse des Sensors an einer Seite
abgeschrägt, genau wie bei Potentiometerknöpfen. Ich habe dann das Loch in der Windfahne einfach aufgebohrt. Danach konnte ich die Windfahne ausrichten wie ich wollte. Leider war sie danach leicht schief, aber das störte nicht.
Der Niederschlagssensor:
Darüber wie man einen Niederschlagssensor bauen kann, der auch noch die Niederschlagsmenge und nicht nur das gerade Niederschlag stattfindet detektieren kann habe ich mir damals den Kopf zerbrochen. Der Niederschlagssensor der Kaufwetterstation funktioniert nach einem genial einfachen Prinzip: Es gibt einen Trichter fängt zunächst den Regen ein. Unter dem Trichter befindet sich eine
Wippe mit zwei Auffangmulden. Der Trichter füllt die gerade oben liegende Auffangmulde. Ist die Mulde voll kippt die Wippe. Dann ist die andere Auffangmulde oben und kann gefüllt werden bis die Wippe wieder kippt. Bei jedem kippen wird ein an der Wippe befestigter Magnet an einem Reed-Sensor vorbeibewegt. Auf diese Weise kann der Niederschlag, quantisiert in Wippenfüllungen, gezählt werden. Der Bei der Wetterstation mitgelieferte Sensor hat allerdings einen Makel der mir absolut nicht gefallen hat. Die Wippe hat sich einfach in den Sensor entleert. Es gab zwar löcher im Boden des Sensors durch die das Wasser abfließen konnte aber dann war das Wasser unter dem Sensor. Das bedeutet das es unter dem Sensor immer feucht gewesen wäre. Das ist natürlich ein Problem. Ich habe mir für diesen Zweck eine
Auffangwanne aus Blei gelötet. Die Bodenlöcher im Sensor habe ich größer geschnitten und die Bleiwände der Auffangwanne bis in den Sensor hochgezogen. Das ganze funktioniert, ist aber wie ich im Nachhinein denke ein ziemlicher Overkill. Ein stück Bleiblech unter dem Sensor hätte es auch getan. Die Niederschlagssensoren kann man im übrigen auch für wenig Geld einzeln kaufen und wegen der Einfachheit mit eigenen Schaltungen verwenden. Einmal kippen bedeutet 0,5mm Niederschlag.
Der Temperatursensor / Hygrosensor und Funkmodul:
Der Temperatur / Hygrosensor ist direkt im
Funkmodul integriert. Es handelt sich dabei um einen SHT7x (der kleine Chip) der über i2c angesprochen wird. Von den größeren ist der untere der Hauptprozessor und der obere der Funkchip. Um was es sich dabei genau handelt konnte ich leider nicht rausfinden. Das Funkmodul selbst befindet sich gut vor Spritzwasser geschützt in einem Plexiglaskasten innerhalb der Wetterstation. Der Wind und der Regensensor ist per Kabel mit dem Funkmodul verbunden. Die Kabel sind dabei so geführt das eingedrungenes Wasser nicht an den Kabeln in die Elektronik laufen kann. Den Glaskasten habe ich um das Funkmodul gebaut nach dem es mir nach nur 3 Tagen durch einen Wassrschaden kaputtgegangen ist. Das hat mich damals so sehr geärgert das ich eigentlich vor hatte eine eigene Funkwetterstation zu entwickeln. Allerdings ist das Vorhaben nicht ganz trivial, vor allem wegen der Stromsparproblematik. (Stromfresser kann jeder Anfänger bauen, aber wirklich stromsparende Batteriebetriebene Geräte zu bauen die mit einer Batterie lange Zeit auskommen ist eine Kunst) Nach dem die Wetterstation ein halbes Jahr im Keller gelegen hat habe ich mir bei deutschlands beliebtestem Elektronikwahrenhandel eine neue WS gekauft. Diesmal habe ich mir geschwohren nichts damit zu machen was die Garantie ungültig werden lässt. Zum Glück waren die alten in meiner Wetterstation schon eingebauten Sensoren voll kompatibel. Und das wichtigste von allem: Diesmal habe ich vor Ort einen Ansprechpartner und 3 Jahre Garantie.
Fazit:
Zunächst einmal muss man sagen das die WS1600 an sich ein tolles Gerät ist. Von der
Ausstattung her lässt das Gerät keine Wünsche offen. Zumindest keine Anfängerwünsche - denn Profiausrüstung ist schon was anderes. Wirklich toll ist auch das man jederzeit zusätzliche Anzeigetafeln für wenig Geld in Onlineauktionshäusern nachkaufen kann, so kann man an allen wichtigen Stellen im Haus Displays aufstellen. Auch andere Ersatzteile sind verfügbar. Sogar das Funkmodul habe ich in einem Onlineshop zum nachkaufen gesehen. Bei dem Preisleistungsverhältnis kann man echt nicht meckern. Ein Set kostet gerade mal 100 Euro. Durch die Funkverbindung entfällt auch die leidige Blitzschutzproblematik (Ja, ich wohne in einem Haus OHNE Blitzableiter, toll was?). In den Anzeigetafeln wird ein abgesetztes
Funkmodul verwendet. Möglicherweise lassen sich hier mit ein bisschen Geschick und Glück die Wetterdaten abgreifen und in einen PC leiten. Das Funkmodul wird vom Hersteller "IT+ Technoligie" genannt. Im Internet findet man dazu leider nichts, nur das es mit 868Mhz arbeitet. Jetzt fragt man sich natürlich worin der Nutzen einer solchen Anlage besteht, man könnte ja auch einfach den Wetterbericht schauen - allerdings ist es wie ich finde sehr spannend die Wetterveränderungen vor Ort direkt messen zu können. Vor allem die Anzeige für die "Gefühlte Temperatur" wird im Winter sicherlich praktisch.
Hilfreiche Links:
technoline.de -- Hersteller der WS1600
wetterdiscount.de -- WS1600 Zubehör/Ersatzteile
wetterking.de -- WS1600 Zubehör/Ersatzteile
Andere WS1600 User:
wetter-pabneukirchen.at -- Wetterstation Pabneukirchen
stormchasing-krefeld.de -- Stormchasing Krefeld