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Download: Power Management Unit

Eine IP-Steckdosenleiste mit Extras
Da ich mir kürzlich ein neues Rack für meine Workstations gebaut habe, brauchte ich natürlich auch eine solide Power-Management lösung. Da der Markt hier mal wieder nichts brauchbares hergab musste ich mal wieder selber ran. Was ich brauchte war im wesentlichen eine programmiere Steckdosenleiste mit SSH Zugriff, programmierbaren Funktionstasten und LEDs. Das ganze sollte dann auch noch eine Möglichkeit bieten die Power-on und Reset Schalter von bis zu 4 Rechnern anschließen zu können. Wiederanlaufgeschützt sollte es auch sein. Das bedeutet das bei einem Stromausfall ein definierter Zustand angenommen wird. Das sind jetzt schon eine ganze Menge Features und während ich das hier schreibe fallen mir noch mehr tolle Dinge ein die man da noch einbauen könnte.



Ich habe bei dem Projekt auch das erste mal die Werkzeuge von libosmocore verwendet. Libosmocore ist eine Library die eigentlich aus dem Telefonie-Bereich kommt, allerdings sind dort auch ein Logging-Framework, eine Telnet-Shell und Handling von Konfigurationsdateien eingebaut. Es gibt auch ein Control-Interface für Machine-To-Machine Kommunikation, das benutze ich jetzt zwar noch nicht. Aber wenn später mal eine ander Maschine auf die Steckdosen zugreifen muss ist das eine nette Option. In libosmocore sind auch Werkzeuge zum Bau von Zustandsautomaten enthalten, wenn man etwas steuern möchte ist sowas natürlich ideal. Mehr Infos zu libosmocore findet man unter osmocom.org



Da ich für das Projekt nur sehr wenig Zeit hatte, habe ich wo es ging auf fertige Boards zurückgegriffen. Zum Schalten der Steckdosen verwende ich ein fertiges Relais-Board. Diese Boards kann man im Fachhandel in mehreren Geschmacksrichtungen kaufen. Meines hat 8 Relais und kann bis zu 10A schalten. Man sollte das allerdings Phasenrichtig anschließen, da nur ein Schaltkontakt zur Verfügung steht. Als Mikrocontroller verwende ich ein Arduino Mega board. Dies ist eine aufgebohrte Arduino Variante mit mehr I/O pins. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Arduino boards, aber für einen Automatisierungs-Quickie sind die Boards genau das richtige. Dann kommt noch ein Board mit Reed-Relais hinzu um die Reset und Powerbuttons vom Rechner anzusteuern. Es gibt hier auch einen Rück-kanal um den Rechner zu überwachen. Einen Piepser habe ich auch noch eingebaut um noch ein wenig Feedback für den Bediener realisieren zu können. Das Bedienfeld ist über RS232 angeschlossen.



Da das Bedienfeld mit den Buttons und LEDs abgesetzt betrieben wird habe mich dazu entschlossen eine RS232 Verbindung zu verwenden. Das ist relativ störfest und braucht dann nur 4 Adern. RX, TX und Stromversorgung. Im Panel selbst habe ich auch ein ATmega8 Board von der Stange verwendet. Die Firmware ist in diesem Fall in normalem C (avr-gcc) geschrieben. Das Bedienfeld verfügt über 4 Taster und 4 LEDs. Pro Taster können durch mehrfaches Hintereinander-drücken bis zu vier Signale kodiert werden. Die Taster und die LEDs können per Software frei mit Funktionen belegt werden. In meinem Fall habe ich zwei Rechner, also habe ich die Start/Reset funktionen auf die ersten beiden Taster+LEDs. Die beiden noch freien Taster steuern einfach ganz normal zwei der Steckdosen an. Können also nur Ein/Aus schalten.

Download der aktuellen Version:
Für den interessierten Bastler habe ich das Projekt hier zum Download bereit gestellt. Bitte beachten Sie die Lizenzbestimmungen (GNU-GPL, siehe license.txt)
Download

Das ganze ist erstmal eine Minimallösung die meine jetztigen Anforderungen erstmal erfüllt. Ich denke aber das ich in Zukunft noch einige Features nachrüsten werde. Zum Beispiel ist das Control-Interface eine sehr verlockende Sache. Ich könnte mir damit eine Software schreiben mit der man dann, wenn die Rechner erstmal laufen, noch weitere Dinge schalten kann. Die Einzelkomponenten sind übrigens sehr modular. Man kann da auch recht gut Teile von für andere Bastelprojekte übernehmen.

(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf